Über mich
Jim Medicine Tree, Cherokee-Indianer, spiritueller Beirat der Vereinigung der “Hüter der heiligen Tradition der Pfeifenmacher” und spiritueller Jugend- und Gefängnisbetreuer in Montana/USA nannte mich vor einigen Jahren Heyoka. Heyokas sind Menschen, die sich einem außergewöhnlichen Lebensstil widmeten, bei dem sie das Gegenteil von dem ausführen, was andere gewöhnlich tun.
Mein innerer Leitsatz
ICH KANN DA AUTHENTISCH UND VON HERZEN WEITERGEBEN, RAUM ÖFFNEN UND BEGLEITEN, WO ICH SELBST DURCHGEHE, INTEGRIERE UND HEILUNG IN MIR GESCHIEHT.
Da stehe ich und atme.
Weder weiter noch besser.
Bin ich auf meinem Weg und spüre eine große Freude, durch Prozesse zu gehen, Fehler zu machen, hinzufallen, zu projezieren und zu erkennen, identifiert zu sein mit eigenen Anteilen und auszusteigen, zu scheitern, am Rand meiner Komfortzone zu wachsen, meinen Raum zu weiten und meinen ungeliebten Anteilen zu begegnen, sie lieben und annehmen zu lernen. Soweit es mir zum jetztigen Zeitpunkt möglich ist.
Stück für Stück wachse ich in die Selbstverantwortung hinein. Gleichzeitig lerne ich, liebevoll und weich zu sein, an den Stellen, wo ich noch nicht in der Selbstverantwortung bin und bleiben kann.
Ich bin Forschende und Schülerin des Lebens.
Ich bin Mensch.
Ich begleite Menschen und ich lass mich begleiten.
Kindheit & Jugend
Ich fühle mich, als hätte ich in diesem kurzen Leben schon zehn Leben gelebt.
Kindheit
Ich habe eine behütete, "normale" Kindheit verbracht. Ausgesucht zum Inkarnieren habe ich mir eine Familie, mit der ich viel lernen durfte und darf. Ich bin sehr "anders" als meine komplette Großfamilie. Damals fühlte ich mich falsch. In der Jugend fühlte ich mich wie das schwarze Schaf. Schon in der Kindheit war mein Gefühlsleben innen so intensiv, das es mich oft überwältigte. Ab dem Kindergarten litt ich immer wieder unter extremen Wachstumsschmerzen in den Knien. Ich zog mich in meine Tagträume zurück, in denen ich Kugelhäuser und Felsenwohnungen im Wald baute und darin lebte.
Jugend
Starke Depressionen haben mich in meiner Jugend begleitet. Ich kannte die extremen Höhen und verschlingenden Tiefen. Ich schrieb schon mit vierzehn in mein Tagebuch, das ich mich tief gespalten wahrnahm. Selbstmordgedanken und Versuche begleiteten mich. Den Schlampenruf hatte ich in dem oberbayrischen konservativen Dorf ab meinem 13 Lebensjahr, weil ich neugierig war und mich mit den "falschen" Leuten einließ. Er verhalf mir in einen nicht enden wollenden Strudel an scheiternden Beziehungsversuchen... oft hörte ich den Satz: "Mit dir kann ich nicht zusammen sein, wegen deines Rufes." Dazu kamen viele verschiedene Drogen, Filmrisse, Abhauen von Zuhause, Eigen- und Fremdmissbrauch und anhaltende Bauchschmerzen ab der 5. Klasse. Ich befand mich zwischen starker Rebellion, extremen und gefährlichen Situationen, Agression, einem sehr ausgeprägten Willen, Überanpassung und tiefen Schuld und Schamgefühlen.
Anfang Zwanzig
Nachdem ich nach der 10. am Gymnasium endlich die "Elite", wie die Lehrer uns nannten, verließ, machte ich einen enstpannten Realschulabschluss und hatte das erste Mal gute Noten... Mit 17 bin ich ausgezogen und zog die Lehre zur Gesundheits- und Krankenpflegerin durch. Obwohl sich jede Faser meines Wesens fehl am Platz in diesem - aus meiner heutigen Sicht - kranken System fühlte, schaffte ich die 3 Jahre und war nebenbei noch Klassensprecherin und Jugend- und Auszubildenden Vertretung. Der Substanzmissbrauch, lies mich diese Zeit zwischen Überverantwortung und extremen Arbeitsbedingungen überstehen. Nach einer sehr traumatischen Erfahrung mit 19 konnte ich in meiner ersten Beziehung nach und nach aufhören, Drogen zu konsumieren. Dann zog ich zu meinem über 90 Jährigen Opa.
Diese Zeit brachte mich meiner Familie, mir selbst und meinem Opa näher. Wenn ich zurückdenke an diese Zeit, spüre ich Dankbarkeit und tiefe Liebe und ich trage ein Lächeln auf meinen Lippen. Auch wenn diese Zeit sich in mir noch sehr instabil angefühlt hat. Und durch die Nähe zu meiner Familie nochmal alle meine alten Muster hochkamen.
Die Weggabelung
Mit 22 passierte ein tiefer innerer Wandel. Ich traute mich endlich, mir eine eigene Jurte zu bauen. Es kam Corona und ich verließ endlich die Pflege, nachdem die Bedingungen noch extremer wurden... 6 Monate später zog ich in meine Jurte ein. Das erste Mal still werden. Das erste mal mein eigener, sicherer Raum, so wie ich ihn brauchte... Der erste Winter kam. Und in der Stille kamen all die Traumagefühle hoch, die ich nicht halten konnte. Seitdem ging ich fast 6 Jahre in Traumatherapie, machte sehr viel Ahnenforschung mit meinen Großeltern und meiner Familie zusammen, arbeite in einer wertschätzenden Arbeit, begann in die Wildnispädagogik einzusteigen und versuche mich in sehr ungewöhnlichen Beziehungen.
Trotz Traumatherapie waren die letzten 6 Jahre kein leichter Weg... Hier könnten noch viele weitere Geschichten Platz finden, die mich über den Rand meiner Komforzone katapultiert haben.
Jetzt bin ich.
Seit Januar 2026 gehe ich in die Ausbildung zur spirituellen und somatischen Traumatherapeutin ® bei Nadja Lasko. Seitdem bin ich auf einer neuen Stufe meines Lebens angekommen. Mein innerer Raum wird weiter, Traumagefühle werden haltbarer. Ich spüre die Möglichkeit, mich selbst zu halten, zu regulieren und mehr und mehr in der Selbstverantwortung anzukommen. Während der Traumatherapie davor, fühlte ich mich in der Abhängigkeit zu meiner damaligen Therapeutin.
Aus dieser Abhängigkeit bin ich ausgestiegen. Ich spreche viel mehr an und aus. Lerne mit all den Gefühlen liebevoll umzugehen, die beim authentisch anecken entstehen.
Wie wenig war ich da in mir.
Ich spüre, wie viel in mir noch gesehen werden mag und wie Stück für Stück Traumaheilung geschieht. Mein eigener Raum, der sich weitet, unspektakulärer und stiller wird, ist für mich die absolute Vorraussetzung, begleiten zu können und Räume zu halten.
Hier forsche und bin ich.
Wild & spielerisch.
Forschend & lernend.